

Lavendel
alias Lavandula
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Lila Blüten und Duft für den Sommer
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Verträgt Trockenheit und Sonne
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Winterharte Staude lockt Bienen an
Lavendel (Lavandula) ist eine Pflanze, die du garantiert schon einmal gesehen, gerochen oder vielleicht sogar selbst im Garten gepflegt hast. Kaum eine andere Pflanze schafft es, so viele Sinne anzusprechen: der intensive, beruhigende Duft, die leuchtenden violett-blauen Blüten und die unaufdringlich schöne Wuchsform machen ihn zu einem echten Allrounder. Bekannt ist er unter verschiedenen Namen wie Echter Lavendel, Schmalblättriger Lavendel oder Garten-Lavendel. Im Sommer zeigt er sich von seiner besten Seite: Dann schmückt er sich mit langen, aufrechten Blütenähren, die nicht nur das Auge erfreuen, sondern auch Bienen und Schmetterlinge magisch anziehen. Seine schmalen, silbrig-grünen Blätter duften beim Reiben aromatisch und sind typisch für diese mediterrane Schönheit.
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1. Pflegehinweise
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2. Ausführliche Pflegehinweise
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3. Lavendel überwintern
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4. So wächst Lavendel
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5. Ungiftig und beruhigend
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6. Lavendel richtig schneiden
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7. Herkunft und Geschichte der Lavandula
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8. Lavendel als Baum
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9. Lavendel richtig nutzen
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10. Allein im Topf oder mit Nachbarn
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11. Häufige Fragen zu Lavendel




Standort
Lavendel liebt sonnige, warme und trockene Standorte und gedeiht am besten in Regionen mit einem mediterranen Klima. Auf dem Balkon oder im Garten bevorzugt der Lavendel einen Standort mit voller Sonne und einem durchlässigen, sandig-lehmigen oder kiesigen Boden. Ein kalkhaltiger, leicht alkalischer pH-Wert zwischen 6,5 und 8 ist ideal. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da die Wurzeln sonst faulen können. Um die Drainage zu verbessern, empfiehlt es sich, die Erde mit Sand oder Kies zu mischen.
Lavendel ist an trockene Bedingungen angepasst und kann auch mit wenig Wasser gut überleben. Besonders in kühleren Regionen kann ein windgeschützter Platz von Vorteil sein, um Frostschäden an jungen Trieben zu vermeiden. Bei Topfkultur sollte auf eine gute Luftzirkulation geachtet werden, um Schimmelbildung zu verhindern. Wer Lavendel im Garten pflanzt, kann ihn an einer leichten Hanglage oder auf einem Hochbeet platzieren, um eine optimale Wasserableitung sicherzustellen.
Gießen
Lavendel ist eine trockenheitsresistente Pflanze und kommt mit wenig Wasser aus. Es ist entscheidend, ihn nur mäßig zu gießen, da zu viel Feuchtigkeit seine Wurzeln schädigen kann. Die Erde sollte zwischen den Wassergaben gut abtrocknen, da Staunässe schnell zu Wurzelfäule führt.
In den warmen Sommermonaten reicht es aus, Lavendel etwa einmal pro Woche zu gießen. In besonders heißen und trockenen Perioden kann es nötig sein, etwas häufiger zu gießen, jedoch stets mit Bedacht. Die beste Methode zur Prüfung, ob gegossen werden muss, ist die Hebemethode: Wenn du eine einzelne Pflanze im Kulturtopf als Deko hast, dann kann ist du wie folgt vorgehen: Hebe die Pflanze hoch - Wenn der Topf spürbar leicht ist, benötigt die Pflanze Wasser. Auch ein leichtes Einsinken der obersten Erdschicht kann ein Zeichen für Trockenheit sein.
Verwende idealerweise kalkarmes Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser, um den pH-Wert des Bodens nicht negativ zu beeinflussen. Besonders wichtig ist eine gute Drainage: Ein Topf mit Abflusslöchern und eine Schicht Kies oder Blähton am Boden helfen, überschüssiges Wasser schnell abzuleiten.
Im Winter sollte das Gießen stark reduziert werden, besonders wenn Lavendel an einem kühlen Standort überwintert. Dann genügt es, ihn nur alle paar Wochen sparsam zu wässern, um das Austrocknen der Wurzeln zu verhindern.
Düngen
Die beste Zeit für die erste Düngung von Lavendel ist das Frühjahr, sobald die Pflanze beginnt auszutreiben. Eine organische Düngung mit Kompost, Hornspänen oder einem speziellen Lavendeldünger mit hohem Kalium- und Phosphorgehalt fördert eine kräftige Wurzelbildung und reiche Blüte. Vermeide stickstoffreiche Dünger, da sie zu einem übermäßigen Triebwachstum führen, die Pflanze weicher und anfälliger für Krankheiten machen und zudem die Blütenbildung hemmen können.
Zusätzlich kann eine zweite Düngung nach der ersten Blüte im Sommer erfolgen, um die Pflanze zu stärken und eine zweite Blüte anzuregen. Hier eignet sich ebenfalls ein organischer, kaliumbetonter Dünger oder ein verdünnter Flüssigdünger für mediterrane Pflanzen. In Töpfen kultivierter Lavendel benötigt etwas mehr Nährstoffe als im Freiland, weshalb eine leichte monatliche Düngung in der Wachstumsperiode hilfreich sein kann.
Ein entscheidender Faktor ist die Bodenbeschaffenheit: Lavendel bevorzugt einen nährstoffarmen, gut durchlässigen Boden mit leicht alkalischem pH-Wert. Ein Übermaß an Düngemitteln kann dazu führen, dass die Pflanze „vergeilt“, das heißt, sie bildet lange, weiche Triebe mit wenig Blüten. Daher sollte der Dünger immer sparsam eingesetzt werden.
Im Herbst und Winter ist das Düngen nicht nötig, da sich die Pflanze in die Ruhephase begibt und eine Überdüngung die Frosthärte reduzieren könnte.
Umtopfen
Lavendel sollte alle ein bis zwei Jahre umgetopft werden, wenn er in einem Topf gehalten wird. Dabei ist eine sandige, gut durchlässige Erde ideal. Am besten eignet sich eine Mischung aus Gartenerde, Sand, Kies und etwas Kompost. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr, bevor die Wachstumsphase beginnt. Achte darauf, einen ausreichend großen Topf mit Abflusslöchern zu wählen, um Staunässe zu vermeiden. Vor dem Einsetzen der Pflanze ist eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies im unteren Bereich des Topfes ratsam.
Nach dem Umtopfen sollte die Pflanze nur mäßig gegossen werden, bis sie sich an den neuen Standort gewöhnt hat. Ein zu feuchtes Substrat kann die Wurzeln schädigen, weshalb eine gut durchlüftete und trockene Erde bevorzugt wird. Im Garten ist es sinnvoll, Lavendel an einen sonnigen Platz mit durchlässigem Boden zu setzen, idealerweise mit leicht alkalischem pH-Wert.
Vermehren
Lavendel kann auf zwei Hauptwegen vermehrt werden: durch Stecklinge oder durch Samen.
Vermehrung durch Stecklinge Die einfachste und zuverlässigste Methode ist die Vermehrung durch Stecklinge, da sie eine genetisch identische Kopie der Mutterpflanze hervorbringt und schneller zu blühfähigen Pflanzen führt. Die beste Zeit, um Lavendelstecklinge zu nehmen, ist das späte Frühjahr oder der Frühsommer. Wähle dafür einen gesunden, nicht verholzten Trieb mit einer Länge von etwa 10–15 cm. Entferne die unteren Blätter und stecke den Steckling in ein Gemisch aus Sand und Anzuchterde. Ein leicht feuchtes Substrat und ein heller, aber nicht direkter sonniger Standort begünstigen die Wurzelbildung. Innerhalb von vier bis sechs Wochen entwickeln die Stecklinge Wurzeln und können anschließend in größere Töpfe oder ins Beet umgepflanzt werden.
Vermehrung durch Samen Die Aussaat von Lavendelsamen ist eine weitere Möglichkeit, erfordert jedoch Geduld. Lavendelsamen haben eine relativ lange Keimdauer und eine niedrigere Keimrate als andere Pflanzen. Um die Keimfähigkeit zu erhöhen, wird eine sogenannte Stratifizierung empfohlen – das bedeutet, dass die Samen für zwei bis vier Wochen im Kühlschrank gelagert werden, um ihre Keimruhe zu brechen. Anschließend werden sie auf ein leicht feuchtes, gut durchlässiges Substrat gestreut, nur leicht mit Erde bedeckt und an einem warmen, hellen Platz aufgestellt. Die Keimung kann mehrere Wochen dauern. Sobald die Sämlinge kräftig genug sind, können sie pikiert und später ausgepflanzt werden.
Welche Methode ist besser? Die Stecklingsvermehrung ist in den meisten Fällen die bevorzugte Methode, da sie eine schnelle und zuverlässige Vermehrung ermöglicht. Die Aussaat eignet sich jedoch besonders, wenn neue Pflanzen aus Samen gezogen oder verschiedene Lavendelsorten miteinander gekreuzt werden sollen.

Lavendel überwintern
Lavendel ist je nach Sorte winterhart. Echter Lavendel verträgt Temperaturen bis -15 °C, während der Schopflavendel frostempfindlicher ist und drinnen überwintert werden sollte. Ein Winterschutz aus Mulch oder Reisig kann empfindlichere Pflanzen im Freiland schützen.
Lavendel wächst als buschiger, kompakter Halbstrauch und kann je nach Sorte und Standortbedingungen zwischen 30 cm und 1 m hoch werden. Seine dichten, duftenden Blätter und die leuchtenden Blüten machen ihn nicht nur optisch attraktiv, sondern auch besonders wertvoll für Bienen und Schmetterlinge.
Sein Wuchs ist zunächst weich und krautig, doch mit der Zeit verholzen die unteren Triebe, was typisch für Lavendel ist. Wird er nicht regelmäßig geschnitten, neigt er dazu, von unten zu verkahlen, sodass er seine schöne, dichte Form verliert. Unter optimalen Bedingungen kann Lavendel eine Breite von 50 bis 90 cm erreichen. Besonders auf trockenen, durchlässigen Böden entwickelt er sich gesund und robust. Seine tiefreichenden Wurzeln ermöglichen es ihm, Trockenperioden gut zu überstehen, was ihn zu einer idealen Pflanze für mediterrane Gärten, Steingärten oder sonnige Balkonkästen macht.

Ungiftig und beruhigend
Lavendel ist nicht giftig für Menschen oder Haustiere wie Katzen und Hunde. Tatsächlich wird Lavendel in vielen Haushalten geschätzt, da sein beruhigender Duft nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Tiere entspannend wirken kann. Ätherische Öle aus Lavendel werden häufig in der Aromatherapie eingesetzt, um Stress abzubauen und einen besseren Schlaf zu fördern.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist essenziell, um Lavendel buschig und blühfreudig zu halten. Der erste Schnitt erfolgt im Frühjahr nach den letzten Frösten, sobald die Pflanze neue Triebe bildet. Dabei werden etwa zwei Drittel der Pflanze zurückgeschnitten, jedoch nicht ins alte Holz, da Lavendel aus verholzten Trieben schlecht neu austreibt. Der zweite Schnitt findet nach der Blüte im Sommer statt. Hier reicht ein leichter Formschnitt, um die Pflanze kompakt zu halten und eine zweite Blüte zu fördern.
Ein tiefer Schnitt kann verhindern, dass die Pflanze verholzt und unansehnlich wird. Werden nur die oberen Triebspitzen geschnitten, kann Lavendel mit der Zeit verkahlen. Nach dem Schnitt ist es ratsam, die Pflanze nicht zu düngen, um weiche, anfällige Triebe zu vermeiden.

Rückschnitt sorgt für kräftige Triebe
Wenn du alles richtig gemacht hast, treibt der Lavendel nach dem Rückschnitt im Frühjahr neu aus und bildet kräftige, gesunde Triebe, die die Basis für eine reiche Blüte im Sommer schaffen. Wer ihn regelmäßig zurückschneidet, fördert nicht nur die Blühfreude, sondern erhält auch eine schöne, buschige Form.
Lavendel stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, insbesondere aus Frankreich, Spanien und Italien. Dort wächst er wild in trockenen, felsigen Gebieten und ist ein wichtiger Bestandteil der mediterranen Flora. Die Pflanze gedeiht besonders gut in den kargen Landschaften der Provence, wo sie seit Jahrhunderten kultiviert wird und weite Felder in ein Meer aus violetten Blüten verwandelt.
Schon in der Antike wurde Lavendel von den Römern genutzt, die ihn nicht nur für seine duftenden Eigenschaften, sondern auch für seine antiseptische Wirkung schätzten. In Klostergärten des Mittelalters spielte Lavendel eine zentrale Rolle als Heilpflanze und fand von dort aus seinen Weg in zahlreiche europäische Gärten. Besonders in England und Deutschland wurde er im 17. und 18. Jahrhundert beliebt, als die aromatische Pflanze in der Parfüm- und Medizinherstellung an Bedeutung gewann.
Heute wird Lavendel weltweit angebaut, insbesondere in Regionen mit warmem, trockenem Klima. Neben Frankreich zählen auch Italien, Spanien, Bulgarien und sogar einige Gebiete in Australien und den USA zu den bedeutendsten Anbaugebieten. Die hohe Anpassungsfähigkeit der Pflanze ermöglicht es, sie auch in nördlicheren Regionen erfolgreich zu kultivieren, sofern die Bodenverhältnisse und klimatischen Bedingungen stimmen.

Lavendel als Baum
Neben der klassischen buschigen Wuchsform gibt es auch Lavendel in Baumform. Diese Lavendel-Stämmchen werden durch gezielten Formschnitt kultiviert und sind ein echter Hingucker in Gärten und auf Balkonen. Sie vereinen den typischen Duft und die Blütenpracht von Lavendel mit der eleganten Silhouette eines kleinen Baumes. Besonders in Kübeln kommen sie gut zur Geltung und lassen sich wunderbar mit anderen mediterranen Pflanzen kombinieren.
Schon seit Jahrhunderten wird Lavendel für seine beruhigende Wirkung geschätzt. Der zarte, leicht krautige Duft entspannt die Sinne und kann helfen, Stress abzubauen. Ein Lavendelkissen neben dem Kopfkissen sorgt für einen erholsamen Schlaf, während ein paar Tropfen Lavendelöl im Diffuser eine wohltuende Atmosphäre im Raum schaffen. Besonders in der Aromatherapie wird Lavendel genutzt, um innere Unruhe zu lindern, Kopfschmerzen zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.
Auch in der Hautpflege hat Lavendel seinen festen Platz. Dank seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften eignet er sich hervorragend für empfindliche Haut. Lavendelöl kann helfen, kleine Wunden zu desinfizieren, Hautirritationen zu beruhigen und Akne zu mildern. Cremes, Shampoos oder Badezusätze mit Lavendel verwöhnen die Haut und sorgen für ein angenehmes Frischegefühl.
In der Küche bringt Lavendel eine ganz besondere Note in viele Gerichte. Die Blüten verleihen Desserts wie Keksen, Eis oder Kuchen eine feine, blumige Note. Auch in herzhaften Gerichten, etwa in Kombination mit Lamm oder als Teil der bekannten Kräutermischung Herbes de Provence, sorgt Lavendel für einen Hauch von mediterranem Flair. Lavendelhonig oder Lavendelsirup sind ebenfalls eine köstliche Möglichkeit, das Aroma der Pflanze in Speisen und Getränken zu integrieren.
Doch nicht nur als Genussmittel oder Pflegeprodukt ist Lavendel wertvoll – er wird auch seit Jahrhunderten als Heilpflanze verwendet. Lavendeltee kann beruhigend auf den Magen wirken, die Verdauung fördern und bei nervösen Magenbeschwerden helfen. Seine antiseptischen Eigenschaften machen ihn zudem zu einem natürlichen Mittel bei Erkältungen oder zur Unterstützung der Wundheilung.
Ob als beruhigender Tee, duftendes Öl oder dekorative Pflanze im Garten – Lavendel ist ein echter Allrounder, der mit seiner Vielseitigkeit überzeugt und in keinem Haushalt fehlen sollte.

Allein im Topf oder mit Nachbarn
Am besten gedeiht der Lavendel, wenn er sich alleine in einem Kübel ausbreiten kann. Er kommt mit wenig Wasser aus und kann auch mehr als eine Woche ohne Wasser auskommen. Falls du ihn doch kombinieren möchtest, empfehlen sich Sommerblumen, die auch nicht soviel Wasser benötigen. Gute Nachbarn für den Lavendel sind beispielsweise Mandevilla, die marokkanische Margerite oder die Strohblume.
Kann Lavendel als Zimmerpflanze gehalten werden?
Grundsätzlich ist Lavendel keine geeignete Zimmerpflanze. Die mediterrane Pflanze braucht viel direkte Sonne, frische Luft und einen natürlichen Rhythmus mit kühleren Temperaturen in der Nacht – Bedingungen, die in Innenräumen nur schwer dauerhaft gegeben sind. Zwar lässt sich Lavendel zeitweise im Topf in der Wohnung kultivieren, jedoch wird er dort meist nicht lange gesund bleiben.
Wer es trotzdem versuchen möchte, sollte besonders auf ausreichend Licht, eine durchlässige Erde und gute Luftzirkulation achten. Ein Standort direkt am Südfenster, regelmäßiger Rückschnitt und sehr zurückhaltendes Gießen sind entscheidend. Trotzdem gilt: Lavendel fühlt sich im Freien – auf dem Balkon oder der Terrasse – deutlich wohler und gedeiht dort auf Dauer gesünder.
Welche Lavendelsorten eignen sich besonders für den Innenbereich?
Da Lavendel grundsätzlich für die Kultur im Freien geeignet ist, gibt es keine Sorte, die sich wirklich gut als dauerhafte Zimmerpflanze eignet. Wenn du es dennoch probieren möchtest, dann greife zu kleinbleibenden Sorten wie 'Hidcote Blue', 'Blue Cushion' oder 'Little Lottie'. Diese wachsen kompakter und sind etwas anpassungsfähiger als größere Lavendelsorten.
Selbst diese Varianten benötigen jedoch viel Licht und frische Luft. Als dauerhafte Topfpflanze im Wohnraum sind sie nicht gedacht. Eine gute Alternative für drinnen können getrocknete Lavendelsträuße oder Lavendelsäckchen sein – sie bringen den Duft und die beruhigende Wirkung der Pflanze ganz ohne Pflegeaufwand ins Haus.
Wie pflege ich Lavendel richtig?
Lavendel benötigt viel Licht, trockenen Boden und eine gute Luftzirkulation. Staunässe sollte vermieden werden, daher ist eine durchlässige Erde mit Sand- oder Kiesanteil wichtig. Regelmäßiges, aber sparsames Gießen und ein jährlicher Rückschnitt fördern ein buschiges Wachstum. Verwenden Sie nährstoffarme Erde und düngen Sie im Frühjahr mit einem organischen, stickstoffarmen Dünger.
Ein häufiger Fehler ist, Lavendel zu häufig zu gießen. Obwohl er regelmäßig Feuchtigkeit benötigt, ist es entscheidend, dass die Erde zwischen den Wassergaben gut abtrocknet. Zudem hilft eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton im Topf, überschüssiges Wasser abzuleiten und Wurzelfäule zu vermeiden.
Kann Lavendel in einem Topf wachsen?
Ja, Lavendel eignet sich hervorragend für die Topfkultur. Der Topf sollte groß genug sein und über eine gute Drainageschicht verfügen, um Staunässe zu vermeiden. Eine Mischung aus Kräutererde, Sand und etwas Kalk sorgt für optimale Bedingungen. Auch in kleineren Töpfen kann Lavendel gedeihen, wenn regelmäßig umgetopft wird.
Besonders wichtig ist, dass der Topf über Abflusslöcher verfügt, um überschüssiges Wasser abzuleiten. Ein Umtopfen alle zwei bis drei Jahre hilft, die Erde zu erneuern und die Pflanze mit frischen Nährstoffen zu versorgen. Ein zu kleiner Topf kann dazu führen, dass die Wurzeln eingeengt werden und die Pflanze weniger kräftig wächst.
Wann und wie sollte man Lavendel schneiden?
Ein jährlicher Rückschnitt im Frühjahr und nach der Blüte hält Lavendel kompakt und fördert neue Triebe. Dabei sollte man etwa ein Drittel der Pflanze zurückschneiden, ohne ins alte Holz zu schneiden, da dies das Wachstum hemmen kann. Ein Formschnitt im Sommer nach der ersten Blüte fördert eine zweite Blüte.
Der richtige Schnitt sorgt nicht nur für eine schöne Form, sondern beugt auch Verkahlen vor. Besonders ältere Pflanzen neigen dazu, in der Mitte kahl zu werden, wenn sie nicht regelmäßig beschnitten werden. Ein scharfes Messer oder eine Gartenschere sollte verwendet werden, um saubere Schnittstellen zu hinterlassen.
Welche Vorteile bietet Lavendel für die Luft?
Lavendel verbessert die Raumluft durch seinen angenehmen Duft und hat beruhigende Eigenschaften. Zudem kann er helfen, Mücken und andere Insekten fernzuhalten. Seine ätherischen Öle wirken entspannend und fördern einen gesunden Schlaf. Er kann auch als natürliche Raumduftquelle verwendet werden, indem die Blüten getrocknet und in Duftkissen verarbeitet werden.
Neben seiner entspannenden Wirkung hat Lavendel auch antibakterielle Eigenschaften.
Wann und wie lange blüht Lavendel?
Lavendel blüht je nach Sorte und Standort von Juni bis August, gelegentlich auch bis in den September hinein. Besonders früh- und reichblühend ist der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia). Entscheidend für eine lange Blütezeit sind ein sonniger Standort, nährstoffarmer Boden und ein rechtzeitiger Rückschnitt im Frühjahr.
Ein Entfernen der verblühten Blütenstände kann sogar eine zweite, etwas schwächere Blüte im Spätsommer anregen. Auch regelmäßiges Gießen in Trockenzeiten und gelegentliches Düngen mit phosphorbetontem Dünger können die Blühfreude unterstützen.
Was passiert, wenn ich Lavendel nicht schneide?
Wird Lavendel nicht regelmäßig geschnitten, verholzt die Pflanze mit der Zeit von innen heraus. Das führt zu einem ungleichmäßigen, lockerem Wuchs, weniger Blüten und einer insgesamt ungepflegten Erscheinung.
Der Rückschnitt ist wichtig, um Lavendel kompakt und vital zu halten. Besonders im Frühjahr – nach den letzten Frösten – sollte rund ein Drittel der Pflanze zurückgeschnitten werden. So wird die Pflanze zur Bildung neuer, kräftiger Triebe angeregt. Im Sommer kann ein leichter Formschnitt nach der Blüte erfolgen.
Hilft Lavendel gegen Mücken und Insekten?
Ja, der intensive Duft der Lavendelblüten wirkt auf viele Insekten abschreckend – besonders auf Mücken. Du kannst Lavendelpflanzen in der Nähe von Sitzplätzen auf Balkon oder Terrasse stellen oder getrocknete Blüten in kleinen Säckchen im Schlafzimmer oder Fensterbereich platzieren. Auch Lavendelöl ist eine beliebte natürliche Alternative zu chemischen Insektenschutzmitteln.
Für einen noch stärkeren Effekt lässt sich Lavendel gut mit anderen duftenden Pflanzen wie Zitronenmelisse oder Rosmarin kombinieren. Auch das Ausbringen von Lavendelblättern oder Öl auf Fensterbänken oder Balkonmöbeln ist möglich – allerdings sollte es sparsam erfolgen, da der Duft auch für Menschen intensiv sein kann.
Kann man Lavendel zum Kochen verwenden?
Ja, Lavendel ist nicht nur eine Zier- und Duftpflanze, sondern auch eine spannende Zutat in der Küche – vorausgesetzt, du verwendest essbare Sorten wie Lavandula angustifolia (Echter Lavendel). Diese zeichnet sich durch ein angenehmes, nicht zu intensives Aroma aus und kann vielseitig eingesetzt werden.
Die zarten Blüten verleihen Süßspeisen wie Sorbets, Keksen oder Crème brûlée eine feine, blumige Note. Auch in herzhaften Gerichten, zum Beispiel als Bestandteil der provenzalischen Gewürzmischung "Herbes de Provence", sorgt Lavendel für einen besonderen Akzent. Wichtig: Dosiere zurückhaltend – der Geschmack kann schnell zu dominant werden. Verwende am besten frisch geerntete oder schonend getrocknete Blüten in Bioqualität.
Damit Lavendel in der Küche unbedenklich verwendet werden kann, sollte auf Pflanzenschutzmittel oder Kunstdünger verzichtet werden. Selbstgezogener Lavendel aus dem eigenen Garten oder Topf ist hier die beste Wahl.
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EXPERTENTIPP VON SONJA
Lavendel ist vielseitig einsetzbar: In der Küche zum Verfeinern Speisen bis hin zu den berühmten Duftsäckchen. Der Duft von getrockneten Lavendelblüten vertreibt Motten im Kleiderschrank. Er sollte am frühen Morgen geerntet werden, da dann der Duftstoffgehalt am höchsten ist.


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